Fachthema
Vom CAD-Modell zur Baugruppe – Prozesskette ohne Abriss
Wie eine konsequent digitale Prozesskette bei Handel & Mack von der ersten Kundenanfrage bis zur Auslieferung für Transparenz, Nachvollziehbarkeit und höchste Präzision sorgt.
In der modernen Blechbearbeitung entscheidet nicht nur das handwerkliche Können über die Qualität – sondern vor allem die durchgängige digitale Vernetzung aller Prozessschritte. Bei Handel & Mack erfolgt jeder Schritt von der Konstruktion über die Simulation bis zur fertigen Baugruppe nach festgelegten Abläufen und wird digital dokumentiert. Ein Blick auf das Zusammenspiel von CAD-Modellierung, Fertigung und Qualitätsprüfung zeigt, wie datengetriebene Prozesse Präzision und Nachvollziehbarkeit sicherstellen.
Am Anfang steht die Anforderung
Bevor das erste Bauteil entsteht, wird der Rahmen abgesteckt: Welche Funktion muss die Baugruppe erfüllen? Welche Anforderungen sind zu berücksichtigen? In dieser Phase der Konzeption und Anforderungsanalyse werden die technischen Rahmenbedingungen präzise definiert. Aus diesen Vorgaben entsteht eine erste Idee – die Grundlage für alle folgenden Schritte.
Diese initiale Klärung ist entscheidend: Unklare oder unvollständige Anforderungen führen später zu Nacharbeiten, Verzögerungen oder im schlimmsten Fall zu Bauteilen, die nicht den Erwartungen entsprechen. Deshalb investiert Handel & Mack Zeit in diese Phase, um Missverständnisse von vornherein auszuschließen.
Die digitale Blaupause: CAD-Modellierung und Konstruktion
Mit den definierten Anforderungen beginnt die eigentliche Konstruktionsarbeit. In SolidWorks, der bei Handel & Mack eingesetzten CAD-Software, entsteht ein detailliertes dreidimensionales Modell, in dem jedes Einzelteil präzise definiert wird – von den Abmessungen über Materialstärken bis hin zu Toleranzen von +/- 0,1 mm und Oberflächenangaben.
Anschließend werden die einzelnen Komponenten zu einer Baugruppe zusammengefügt. Dabei wird nicht nur die geometrische Passgenauigkeit geprüft, sondern auch die Funktionalität: Lassen sich bewegliche Teile wie vorgesehen bewegen? Sind alle Montagevorgaben realisierbar? Welche Toleranzen müssen eingehalten werden, damit die Baugruppe später reibungslos montiert werden kann?
Dieser virtuelle Zusammenbau schafft Klarheit, bevor Material bewegt wird. Fehler oder Kollisionen werden am Bildschirm erkannt und behoben – nicht erst in der Fertigung.
Simulation: Der digitale Belastungstest
Ein CAD-Modell zeigt, wie ein Bauteil aussieht – aber nicht, wie es sich unter realen Bedingungen verhält. Hier kommen Simulationen ins Spiel. Mit Hilfe von Festigkeits-, Belastungs- oder Verformungssimulationen wird das Design auf Herz und Nieren geprüft.
Diese digitalen Tests ermöglichen es, Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und die Konstruktion anzupassen, bevor das erste physische Bauteil gefertigt wird. Das spart Material, Rüstzeiten und Kosten – und erhöht die Sicherheit, dass das Endprodukt die geforderten Spezifikationen erfüllt.
Von der Konstruktion zur Fertigung: Zeichnungen und Fertigungsaufträge
Aus dem dreidimensionalen Modell werden Fertigungszeichnungen und Fertigungsaufträge abgeleitet, die alle relevanten Informationen für die Produktion enthalten: Maße, Toleranzen, Oberflächenangaben, Materialspezifikationen und Fertigungshinweise.
Für jeden Kundenauftrag wird ein Fertigungsauftrag mit allen Arbeitsgängen erstellt – im Sinne eines detaillierten Arbeitsplans mit zusätzlichen relevanten Informationen gemäß Zeichnung und Vorgaben. Diese Dokumente werden über die Abteilung Konstruktion an die Produktion weitergeleitet und bilden die verbindliche Grundlage für die Fertigung der Einzelteile.
Parallel dazu werden die CAD-Daten direkt in die Maschinensteuerungen übertragen. Über spezialisierte Softwaresysteme – ABE Planner für die Laserprogrammierung, Metallics für die Stanzprogrammierung und Teczone Bend für die Biegeprogrammierung – arbeiten die Fertigungsanlagen mit den digitalen Konstruktionsdaten. Ohne Medienbrüche, ohne manuelle Übertragungsfehler. Diese nahtlose Integration von Konstruktion und Fertigung sorgt für Präzision und Effizienz.
Fertigung mit lückenloser Dokumentation: Das BDE-System
Die Einzelteile werden gemäß den Fertigungszeichnungen gefertigt – ob durch Laserschneiden, Stanzen, Biegen, Fräsen oder andere Verfahren. Jeder einzelne Arbeitsgang wird dabei über das BDE-System (Betriebsdatenerfassung) digital dokumentiert. Erfasst wird:
- Wer hat das Teil bearbeitet (Mitarbeiter-Zuordnung)
- Womit wurde gearbeitet (Anlage/Maschine per eindeutiger Anlagennummer)
- Wie lange dauerte der Prozess (Fertigungsdauer pro Arbeitsgang, automatisch über Start- und Endbuchung erfasst – relevant für Nachkalkulationen)
- Welche Stückzahl wurde produziert (Gut- und Schlechtmengen im Sinne von Ausschuss)
- Qualitätsprüfung pro Arbeitsgang (Einhaltung der Spezifikationen)
- Sonstige Bemerkungen im Rahmen der Fertigung
Diese lückenlose Dokumentation schafft Transparenz und ermöglicht eine vollständige Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Bauteils. Je nach Komplexität der Baugruppe liegt die Durchlaufzeit der kleinsten Einheit bei etwa einem halben Tag.
Oberflächenbehandlung und Montage
Falls erforderlich, durchlaufen die Teile anschließend eine Oberflächenbehandlung – etwa durch Beschichtung, Verzinkung oder andere Verfahren, um Korrosionsschutz und optische Anforderungen zu erfüllen.
Nach der Fertigungsphase werden die Komponenten gemäß den Konstruktionsvorgaben montiert. Auch hier wird die Passgenauigkeit geprüft, um sicherzustellen, dass alle Teile wie geplant zusammenpassen und die Baugruppe funktionsfähig ist.
Qualitätskontrolle: Der Abgleich mit den Vorgaben
Am Ende der Prozesskette steht die Qualitätsprüfung. Die fertige Baugruppe wird auf Einhaltung aller Spezifikationen geprüft: Maßkontrollen, Funktionstests, Sichtprüfungen. Erst wenn alle Parameter erfüllt sind, ist die Baugruppe freigegeben.
Alle Prüfergebnisse werden dokumentiert und zusammen mit den Fertigungsdaten archiviert. Diese Dokumentation dient nicht nur der Qualitätssicherung, sondern auch der Nachvollziehbarkeit – etwa bei Gewährleistungsfragen oder bei Folgeaufträgen.
Digitale Durchgängigkeit als Erfolgsfaktor
Was diese Prozesskette auszeichnet, ist die lückenlose digitale Verknüpfung aller Schritte. Von der ersten CAD-Skizze in SolidWorks über die automatisierte Programmierung mit ABE Planner, Metallics und Teczone Bend bis zur finalen Qualitätsprüfung fließen Daten nahtlos durch alle Phasen. Das minimiert Fehlerquellen, erhöht die Effizienz und schafft eine Transparenz, die sowohl intern als auch gegenüber dem Kunden Vertrauen schafft.
Moderne Blechbearbeitung ist keine Aneinanderreihung isolierter Arbeitsschritte – sie ist eine durchgängige, datengetriebene Prozesskette, in der jedes Detail seinen Platz hat.
Sie planen eine komplexe Baugruppe und möchten von einer durchgängig digitalen Prozesskette profitieren? Die Experten von Handel & Mack stehen Ihnen für eine unverbindliche Beratung zur Verfügung – von der ersten Konzeptphase bis zur Auslieferung.

